Ute Krause - Illustratorin & Kinderbuch-Autorin
Cover

Osman.
Der Dschinn in der Klemme

Text und Illustrationen von Ute Krause

Als Anton die staubige Flasche entkorkt, die er in einem kleinen Laden entdeckt hat, ahnt er nicht, welche Abenteuer auf ihn warten. Der Dschinn Osman, der aus der Flasche steigt, ist zwar der Diener seines neuen Herrn. Und wenn man gut für ihn kocht, erfüllt er Anton auch gern einen Wunsch. Aber leider ist das mit dem Wünschen gar nicht so einfach. Plötzlich finden sich Anton und seine Schwester in der Vergangenheit wieder und müssen eine Botschaft aus dem Heerlager der Türken schmuggeln. Allerdings hat Osman ihnen eine wichtige Kleinigkeit verschwiegen und es scheint keinen Weg mehr zurück zu geben …

Oetinger Verlag
192 Seiten · gebunden
ab 10 Jahren

Auch erschienen in arabischer Sprache
  • Taschenbuch, Oetinger Verlag
  • WDR-Hörspiel Audio-CD, Oetinger audio

Nominierungen
  • Penzberger Urmel 2011
Buchübersicht
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»Ein Buch, das seine Leser niemals unterfordert, weil es darin ernsthaft und spannend zugeht und mitunter auch ziemlich witzig.«
FAZ, Tilman Spreckelsen

»Ute Krause gelingt die Einbindung der Vergangenheit in die Gegenwart außerordentlich gut. Dramaturgisch ist die Geschichte rund, stilistisch feinsinnig und spannend geschrieben, mit hübschen Vignetten illustriert.«
Rheinischer Merkur

»Ich vergebe 5 Sterne, weil es ein sehr witziges und interessantes Buch ist.«
Emily Törner (8 Jahre) - Kinder-Redaktion, Bücherkinder.de

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Gespannt schaute er auf die Flasche, doch nichts geschah. Nachdem Anton eine Weile gewartet hatte, nahm er sie wieder hoch. »Uaaah!« machte es plötzlich aus dem Innern.

Fast hätte Anton die Flasche fallen lassen. Schnell stellte er sie wieder ab - gerade noch rechtzeitig. Denn auf einmal fing es an, aus der Flasche zu qualmen, und eine Rauchsäule schob sich gemächlich bis an die Zimmerdecke empor.

Ob das Ding gleich explodiert?, dachte Anton. Vorsichtig rutschte er samt Wäschekorb in Richtung Tür. Die Rauchsäule zitterte, wurde in der Mitte breiter und dunkler und nahm erst langsam, dann immer schneller die Form eines in violette Stoffe gewickelten dicken Mannes an. Unter einem gewaltigen Turban erschien ein runder Kopf mit gezwirbeltem Schnauzbart. Der mächtige Bauch ging in Pluderhosen über, aus denen Füße in goldenen Pantöffelchen ragten.

Der dicke Mann, der ganz blass im Gesicht war, schwebte torkelnd auf die Stange des Duschvorhangs zu und ließ sich im Schneidersitz darauf nieder. Unter seinen großen schwarzen Brauen funkelten meergrüne Augen und starrten Anton wütend an. Durch die Schüttelei in der Flasche war ihm offenbar schwindelig geworden.
Anton saß wie gelähmt auf dem Wäschekorb und starrte den Mann ängstlich an. Die Vorhangstange bog sich gefährlich unter seinem Gewicht. Natürlich hatte Anton von so etwas schonin Märchen gehört. Hatte er nicht insgeheim vielleicht sogar darauf gehofft, in der Flasche mit der kleinen Stimme könnte ein Flaschengeist sein? Aber daran geglaubt, dass so etwas wirklich möglich war, hatte er natürlich nicht. Sein Mund war trocken vor Aufregung. Er räusperte sicheinen Finger auf die Lippen und deutete zur Tür.